Aufarbeitung in Deutschland

Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs eingesetzt

© UBSKM v.l.n.r.: Prof. Dr. Jens Brachmann, Dr. Christine Bergmann, Brigitte Tilmann, Prof. Dr. Sabine Andresen (Vorsitzende der Kommission), Prof. Dr. Peer Briken, Prof. Dr. Barbara Kavemann, Prof. Dr. Heiner Keupp

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs wird Missbrauch in Institutionen und im familiären Kontext in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR untersuchen. Sie soll Strukturen aufdecken, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Vergangenheit ermöglicht und Aufarbeitung verhindert haben. Im Zentrum der Arbeit stehen bundesweite Anhörungen von Betroffenen. 

Der Weg zur Unabhängigen Aufarbeitung

Der Deutsche Bundestag begrüßte mit Beschluss vom 02. Juli 2015 die Absicht des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs eine Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs einzurichten. Am 26. Januar 2016 wurden die sieben Mitglieder der Kommission vom Beauftragten berufen.

Die Einrichtung einer Kommission war seit Jahren eine zentrale Forderung von Betroffenen, weiteren Expertinnen und Experten und dem Beauftragten. Konkrete Vorschläge dafür wurden bereits im Jahr 2013 auf dem öffentlichen Hearing Unabhängige Aufarbeitung mit Betroffenen und weiteren Fachleuten diskutiert. Ein Forderungskatalog legte wesentliche Eckpunkte einer Aufarbeitungskommission dar. Bei dem Fachgespräch zur unabhängigen Aufarbeitung am 26. Januar 2015 diskutierten Expertinnen und Experten, die bereits praktische Erfahrungen bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gesammelt hatten, den Vorschlag des Unabhängigen Beauftragten zu einer Unabhängigen Aufarbeitungskommission. Am 30. Januar 2015 sprachen sich die Abgeordneten in einer ersten Plenumsdebatte fraktionsübergreifend für die Einrichtung einer Unabhängigen Kommission zur systematischen Aufarbeitung aus.

Bereits veröffentlichte Aufarbeitungsberichte und Dokumentationen

Eine Literaturliste mit den seit 2010 veröffentlichten Aufarbeitungsberichten verschiedener Institutionen und Kommissionen gibt eine Übersicht über den Stand der Aufarbeitung in Deutschland.

Laufende Aufarbeitungsprojekte einzelner Organisationen in Deutschland

Immer mehr Organisationen beauftragen unabhängige Forschungsinstitute oder Kommissionen zur Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Zurzeit laufen zahlreiche Forschungsprojekte zum Thema Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch oder zur versuchten Einflussnahme von pädosexuellen Strömungen.

Aufarbeitungskommission

Aufarbeitungsberichte

Literaturliste mit Berichten und Publikationen

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Laufende Forschungsprojekte

Liste mit aktuellen Aufarbeitungsprojekten

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Aufsatz

Das Schweigen brechen
von Prof. Dr. Sabine Andresen
aus Michael Geiss & Veronika Magyar-Haas (Hrsg.):
Zum Schweigen. Macht/Ohnmacht in Erziehung und Bildung Weilerswist 2015: Velbrück Wissenschaft

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Hilfetelefon

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch – Telefon: 0800 22 55 530. Bundesweit, kostenfrei und anonym.
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