Aufarbeitung in Deutschland

Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

© UKASK v.l.n.r.: Prof. Dr. Heiner Keupp, Prof. Dr. Barbara Kavemann, Brigitte Tilmann, Prof. Dr. Sabine Andresen (Vorsitzende der Kommission), Prof. Dr. Peer Briken, Dr. Christine Bergmann

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs untersucht Missbrauch in Institutionen und im familiären Kontext in Deutschland. Die Kommission verfolgt mit ihrer Arbeit das Ziel, Ausmaß, Art und Folgen der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche aufzuzeigen. Sie soll Strukturen aufdecken, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Vergangenheit ermöglicht und Aufarbeitung verhindert haben. Schwerpunkt der Arbeit und zentrale Erkenntnisquelle sind bundesweite Anhörungen von Betroffenen. Bisher haben sich rund tausend Betroffene zu Anhörungen angemeldet oder einen schriftlichen Bericht eingesendet. Zu bestimmten Schwerpunktthemen führt die Kommission öffentliche Hearings und Fachveranstaltungen durch. In ihrem Zwischenbericht veröffentlichte die Kommission im Juni 2017erste Erfahrungen und Ergebnisse ihrer Arbeit.

Der Weg zur Unabhängigen Aufarbeitung

Der Deutsche Bundestag begrüßte mit Beschluss vom 02. Juli 2015 die Absicht des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs eine Unabhängige Aufarbeitungskommission einzurichten. Am 26. Januar 2016 wurden die Mitglieder der Kommission vom Beauftragten berufen.

Die Einrichtung einer Kommission war seit Jahren eine zentrale Forderung von Betroffenen. Konkrete Vorschläge dafür wurden bereits im Jahr 2013 auf dem öffentlichen Hearing Unabhängige Aufarbeitung diskutiert. Ein Forderungskatalog legte wesentliche Eckpunkte einer Aufarbeitungskommission dar. Beim Fachgespräch zur unabhängigen Aufarbeitung am 26. Januar 2015 diskutierten Expertinnen und Experten, die bereits praktische Erfahrungen bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gesammelt hatten, den Vorschlag des Unabhängigen Beauftragten zu einer Unabhängigen Aufarbeitungskommission. Am 30. Januar 2015 sprachen sich die Abgeordneten in einer ersten Plenumsdebatte fraktionsübergreifend für die Einrichtung einer Unabhängigen Kommission zur systematischen Aufarbeitung aus.

Bereits veröffentlichte Aufarbeitungsberichte und Dokumentationen

Die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. In den vergangenen Jahren haben Institutionen zunehmend unabhängige Forschungsteams zur Aufarbeitung ihrer Vergangenheit beauftragt. Entstanden sind Aufklärungsberichte, die diese Prozesse dokumentieren. Eine Literaturliste mit den seit 2010 veröffentlichten Aufarbeitungsberichten verschiedener Institutionen gibt eine Übersicht über den Stand der Aufarbeitung.

Laufende Aufarbeitungsprojekte einzelner Organisationen in Deutschland

Immer mehr Organisationen beauftragen unabhängige Forschungsinstitute oder Kommissionen zur Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Die zurzeit laufenden Aufarbeitungsprojekte sind in einer Liste aufgezählt.

Aufarbeitungskommission

Aufarbeitungsberichte

Liste mit Aufarbeitungsberichten

Download (PDF-Dokument 0,2 MB, nicht barrierefrei)

Laufende Aufarbeitungsprojekte

Liste mit aktuell laufenden Aufarbeitungsprojekten

Download (PDF-Dokument, 0,1 MB, nicht barrierefrei)

Flyer Kommission

Hilfetelefon

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch – Telefon: 0800 22 55 530. Bundesweit, kostenfrei und anonym.
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