Sitzungsbericht zur 7. Sitzung des Betroffenenrats am 25./26. Mai 2016

Am 25./26. Mai traf sich der Betroffenenrat zu seiner 7. Sitzung in Leipzig.

Plakate des Betroffenenrates
© Renate Bühn

Nach einem Jahr der Zusammenarbeit haben wir auf unserer Mai-Sitzung gemeinsam eine kurze Zwischenbilanz gezogen. Es hat sich gezeigt, dass der Betroffenenrat nicht nur beratend arbeitet, sondern wir zu unterschiedlichen Themen öffentlich Stellung bezogen, uns mit den Anliegen, die uns zugetragen worden sind, an politische Entscheidungsträger_innen gewandt und die Arbeit an mehreren Projekten aufgenommen haben (z.B. Umfrage zu Erfahrungen mit der dialektisch-behavioralen Therapie, Schilderaktion auf dem Katholikentag 2016 und der von zwei Betroffenenratsmitgliedern betriebene Blog "ichhabeangezeigt.org"). Wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Arbeit.

Die Sitzung fand in Leipzig statt, da der Betroffenenrat auf Einladung der Initiative „Wir sind Kirche“ auf dem Katholikentag mit einem Informationsstand über seine Arbeit informiert hat. Besucher konnten dabei auf einer Deutschland-Karte "Orte des Missbrauchs" kenntlich machen, um zu verdeutlichen, dass das Problem sexueller Gewalt nicht nur auf die bekannten Tatorte an den großen kirchlichen Schulen etwa in Berlin und Ettal beschränkt ist. 

Kerstin Claus und Matthias Katsch nahmen darüber hinaus an zwei Gesprächsrunden teil. Bei der Veranstaltung in der alten Börse diskutierte Matthias Katsch mit einem Vertreter der Heimkinder-Bewegung der DDR, Rene Münch, sowie der ehemaligen Bundesministerin und Missbrauchsbeauftragten Christine Bergmann, über die Frage, wo wir mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in Institutionen heute stehen.

Bei dem „Gespräch am Jacobsbrunnen“ auf der Katholikentagsmeile wurden Kerstin Claus und Matthias Katsch zu ihren spezifischen Erfahrungen mit der evangelischen und der katholischen Kirche im Umgang mit sexueller Gewalt befragt.

Mitglieder des Betroffenenrats suchten außerdem am Eröffnungsabends des Katholikentreffens in der Innenstadt das Gespräch mit Besuchern. Dabei trugen sie Schilder mit Zitaten aus dem Abschlussbericht der bischöflichen Hotline, an die sich Opfer sexueller Gewalt in der Kirche nach 2010 wenden konnten. Die Textschilder sind Bestandteil einer künstlerischen Arbeit von Renate Bühn, Künstlerin und Fachfrau im Betroffenenrat mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Aufklärung und Prävention von sexueller Gewalt.

Downloads

Gruppenfoto © Wolfgang Stein

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Schilder © Renate Bühn

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