Pressemitteilung: Diskurswerkstatt: Tatort Familie

Heute treffen und vernetzen sich Mitglieder des Betroffenenrates beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) erstmalig mit weiteren Expert:innen, um in einem Werkstattgespräch gemeinsam über eine mögliche Kultur des Einmischens sowie die Fragen der gesellschaftlichen Veranke- rung von Aufarbeitung zum Tatkontext Familie zu diskutieren.

Mitglieder des Betroffenenrates
© Christine Fenzl

Im März dieses Jahres hat der Betroffenenrat beim UBSKM sein Impulspapier „Tatort Familie“ veröffentlicht. Der Tatort, an dem Kinder und Jugendliche in hohem Ausmaß sexualisierte Gewalt erleben, muss von Politik und Gesellschaft weiter vertiefend in den Blick genommen werden. Der Betroffenenrat hat seine verschiedenen Perspektiven und Zugänge aufgezeigt, um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Tatort Familie dauerhaft zu führen. Auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs (UKASK) verdeutlichen die Verantwortung unserer Gesellschaft für Hilfe und Aufarbeitung in diesem Tatkontext.

Viele der Impulse des Betroffenenrates sollen heute mit anderen Expert:innen weiterentwickelt und geschärft werden. Zwei zentrale Themen stehen im Mittelpunkt: Familien sind zu Recht ein besonders geschützter Ort - es ist jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die verbreitete Kultur des Vertuschens und Schweigens zu überwinden und ein Ethos der Einmischung zu entwickeln. Gleichzeitig haben alle Betroffenen sexualisierter Gewalt ein Recht auf Aufarbeitung und Unterstützung.

Der Betroffenenrat beim UBSKM: „Wir setzen uns als Betroffenenrat dafür ein, sexualisierte Gewalt im Tatkontext Familie gesamtgesellschaftlich aufzuarbeiten. Mit unserer Expertise wollen wir die bis heute aufrechterhaltenen gesellschaftlichen Bedingungen, die sexualisierte Gewalt ermöglichen, problematisieren und sichtbar machen. Kinder und Jugendliche sind besonders in Familienstrukturen schutzlos ausgeliefert und die Familie als Tatort ist keine Privatsache. Darüber sprechen zu können, reicht allein nicht aus. Unserem Sprechen müssen Taten folgen.“

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Programmablauf und Gästeübersicht „Diskurswerkstatt Tatort Familie“: s. angehängtes Programm
Zum Impulspapier „Tatort Familie“: https://beauftragter-missbrauch.de/tatort_familie
Zur Studie der Aufarbeitungskommission: https://www.aufarbeitungskommission.de/mediathek/studie- sexuelle-gewalt-in-der-familie/

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Die Mitglieder des Betroffenenrates Angela Marquardt, Ilka Kraugmann und Renate Bühn stehen für Interviewanfragen gerne zur Verfügung. Kontakt unter: presse@betroffenenrat-ubskm.de

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Die Pressemitteilung und das Impulspapier „Tatort Familie“ beinhalten Forderungen und Ansichten der Mitglieder des Betroffenenrates und geben nicht die Positionen des UBSKM wieder.

Pressemitteilung: Diskurswerkstatt: Tatort Familie

Pressemitteilung Betroffenenrat Diskurswerkstatt Tatort Familie

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