Programm

Freitag, 14. September 2018

11:30 UhrEinlass
12:30 Uhr
  • Eröffnung des Kongresses durch den Betroffenenrat
  • Grußwort von Herrn J.-W. Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs
  • Die internationalen Gäste stellen sich vor.
14:00 UhrPause inkl. Mittagessen
15:00 Uhr Workshops mit kurzem Input von Referent_innen und anschließendem Raum für Austausch und Diskussion

1. Fragen an die Aufarbeitungskommission
Hjördis E. Wirth / Aufarbeitungskommission

2. Selbsthilfe / Selbstversorgung
Tamara Luding

3. OEG und EHS: Verbesserungen jetzt!
Kerstin Claus / Ingo Fock

4. Folgen (früher) Missbrauchserfahrungen für Schwangerschaft und Geburt – Erfahrungsaustausch und Diskussion von Hilfsmöglichkeiten
Kristina Holler / Marion König

5. Sexualisierte Gewalt und die Verstrickung der Wissenschaften
Catharina Beuster / Alex Stern

6. Erfahrungen mit psychosozialer Prozessbegleitung
Jürgen Wolfgang Stein

7. Missbrauch im Sport
Dorina Kolbe / Gitta Axmann / Jasmin Nickels / Sarah Scheurich (angefragt)

8. Internationale Vernetzung / Inputs internationaler Gäste (mit Dolmetschung Englisch / Spanisch / Polnisch)
Wibke Müller / Matthias Katsch / N.N.

Mehr zu den Workshops am Freitag.
16:30 UhrPause inkl. Kaffee und Kuchen
17:00 UhrGrußwort von Frau Dr. F. Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (angefragt)
17:15 UhrPanel I / Plenum – Aus unserer Sicht: Gesellschaftliche, institutionelle und familiäre Aufarbeitung
R. Bühn/ W. Müller/ C. Thalheim/ M. Katsch/ C. Beuster/ A. Stern/ K. Claus/ M. Hävernick/ T. Schlingmann
18:15 UhrDie Künstler_innen stellen sich vor
ab 19:00 Uhroptional: Abendprogramm inkl. Barbecue

Samstag, 15. September 2018

09:30 Uhr Einlass
10:00 Uhr Begrüßung
Blitzlicht / Mikrofonrunde
10:30 Uhr Workshops mit kurzem Input von Referent_innen und anschließendem Raum für Austausch und Diskussion

9. Aufarbeitung sexueller Gewalt in der katholischen Kirche (mit Dolmetschung Englisch / Spanisch / Polnisch)
Matthias Katsch / J. A. Murillo, M. Lisinski, D. Buchanan, F. Zanardi

10. Qualitätsmerkmal Schutzkonzept?
Claas Löppmann / Catharina Beuster

11. Rituelle und organisierte sexuelle Gewalt
Hjördis E. Wirth / Dorina Kolbe

12. Der Betroffenen kontrollierte Ansatz – inhaltliche Einblicke und politische Ausblicke zur Haltung und Arbeitsweise
Frauen*NachtCafé von Wildwasser Berlin e.V.

13. Das Schweigen brechen
Corinna Thalheim / Manuela Rummel

14. Antipsychiatrische Perspektiven auf die Zusammenhänge von sexueller Gewalterfahrung und Psychiatrisierung
Iris Hölling

15. Aktivismus gegen sexualisierte Gewalt
Renate Bühn / Survivors‘ Collective

16. Behinderung und Armut als Gewaltfolgen
Alex Stern / Sophie Schulze

Mehr zu den Workshops am Samstag.
12:00 Uhr Pause inkl. Mittagessen
13:00 Uhr Panel II / Plenum
Offene Diskussionsrunde – Stichwort Betroffenenbeteiligung
14:15 Uhr Walk around / Rundgang
Sichtung der Ergebnisse aus den Workshops
14:30 Uhr Pause inkl. Kaffee
15:00 Uhr Ausblick
Blitzlicht / Mikrofonrunde
16:00 Uhr Ende des Kongresses
16:30 Uhr Aktion
Treffpunkt am Hauptausgang

Workshop-Details – Freitag, 14. September 2018:

15:00 – 16:30 Uhr
Leitung/Moderation: Hjördis E. Wirth / Aufarbeitungskommission

Nach einem kurzen Input der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs bietet der Workshop den Teilnehmenden die Gelegenheit, mit der Kommission ins Gespräch zu kommen und Fragen, die sie ihr schon immer stellen wollten, zu erörtern.

15:00 – 16:30 Uhr
Leitung/Moderation: Tamara Luding

Was hilft, hat Recht und bleibt. In diesem Workshop wollen wir uns zu unseren ganz persönlichen Mitteln austauschen, die wir einsetzen, um uns selbst zu stabilisieren oder um stabil zu bleiben. Eine Skillstauschbörse für alle, die mit neuen Ideen nach Hause fahren wollen.

15:00 – 16:30 Uhr
Leitung/Moderation: Kerstin Claus / Ingo Fock

Die Reform des Sozialen Entschädigungsrechts soll noch 2018 im Bundestag beschlossen werden. Betroffenen sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend soll es den Zugang zu Leistungen nach dem OEG erleichtern. Wird dies erreicht und wo müssen wir gemeinsam politisch aktiv werden? Das ist ein Fokus des Workshops. Aber auch die gravierenden Mängel rund um das Ergänzende Hilfesystem (EHS / Fonds Sexueller Missbrauch) werden Thema sein.

15:00 – 16:30 Uhr
Leitung/Moderation: Kristina Holler / Marion König

Frauen, die sexualisierte Gewalt erleben mussten, haben aus verschiedenen Gründen ein höheres Risiko, eine eigene Schwangerschaft und insbesondere die Geburt ihres Kindes als traumatisch zu erleben. Leider findet dieses Thema unter anderem in der Geburtshilfe und auch in Therapien und erst recht in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig Beachtung. Der Workshop möchte die Möglichkeit des Austauschs über eigene (gute und schlechte) Erfahrungen bieten und Handlungsbedarf benennen. Frau Marion König kann dabei als langjährige Begleiterin traumatisierter (werdender) Mütter von ihren Erfahrungen berichten, was für das Aufarbeiten solcher Erfahrungen bzw. das Erleben einer selbstbestimmten, angstfreien Geburt hilfreich sein kann.

15:00 – 16:30 Uhr
Leitung/Moderation: Catharina Beuster / Alex Stern

Welche Wissenschaften befassen sich mit sexualisierter Gewalt und welche nicht? Wie gehen u.a. Medizin, Psychologie und Erziehungswissenschaft damit um, dass manche ihrer Theorien dazu geeignet sind, sexualisierte Gewalt und ihre Folgen zu bagatellisieren? Welches Bild von Betroffenen zeichnen die aktuellen Forschungsprojekte? Im Workshop wollen wir gemeinsam Antworten finden.

15:00 – 16:30 Uhr
Leitung/Moderation: Jürgen Wolfgang Stein

Psychosoziale Prozessbegleitung (PSB) ist in Strafverfahren erprobt worden. Seit dem 01.01.2017 sind die Opferrechte im Strafverfahren durch das 3. Opferrechtsreformgesetz gestärkt worden. Dort heißt es: "Verletzte können sich des Beistands eines psychosozialen Prozessbegleiters bedienen." Wir wollen zusammentragen, ob und wie sich die PSB in den Ländern bewährt hat, wie häufig PSB von Verletzten beantragt und von Gerichten beigeordnet wird oder wer als Prozessbegleiter_in anerkannt ist.

15:00 – 16:30 Uhr
Leitung/Moderation:  Dorina Kolbe / Gitta Axmann / Jasmin Nickels / Sarah Scheurich (angefragt)

Immer mehr Athlet_innen melden sich zu Wort – wie z.B. Sarah Scheurich, Mitinitiatorin der Kampagne #CoachDontTouchMe. Was bewegt zum Sprechen und was benötigen Betroffene an Unterstützung und Vernetzungsmöglichkeiten? Was erwarten Betroffene von der (Sport-)Politik?

15:00 – 16:30 Uhr
(mit Dolmetschung Englisch / Spanisch / Polnisch)
Leitung/Moderation: Wibke Müller / Matthias Katsch / internationale Gäste

Strong together – fuerte juntos – gemeinsam stark! Sexualisierte Gewalt an Kindern ist eine Menschenrechtsverletzung – und diese machen vor Ländergrenzen nicht halt. Was wird in verschiedenen Ländern gegen sexuelle Gewalt an Minderjährigen getan? Wie steht es international um Betroffenenbeteiligung und um institutionelle, familiäre und gesellschaftliche Aufarbeitung? Wir sind Teil einer internationalen Menschenrechtsbewegung von Betroffenen. Wir wollen uns solidarisch zusammentun, um gemeinsam stärker und lauter zu werden.

Unsere internationalen Gäste stellen sich vor. Gemeinsam wollen wir u.a. diskutieren, wie wir uns noch besser international vernetzen können.

17:00 – 18:00 Uhr
Leitung/Moderation: Renate Bühn, Wibke Müller, Corinna Thalheim, Matthias Katsch, Catharina Beuster, Alex Stern, Kerstin Claus, Martina Hävernick, Tommi Schlingmann

Podium mit kurzen Statements aus unterschiedlichen Perspektiven und anschließender Diskussion mit allen Teilnehmer_innen im Plenum.

Workshop-Details – Samstag, 15. September 2018:

10:30 – 12:00 Uhr
(mit Dolmetschung Englisch / Spanisch / Polnisch)
Leitung/Moderation: Matthias Katsch / Inputs von Jose Andrés Murillo, Marek Lisinski, Denise Buchanan und Francesco Zanardi

Weltweit in vielen Ländern gibt es zahlreiche Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der katholischen Kirche. Wie kann eine Aufarbeitung der Ursachen und der Verantwortlichkeiten auf globaler Ebene in Angriff genommen werden?
Workshop mit Inputs von Jose Andrés Murillo (Chile), Marek Lisinski (Polen), Denise Buchanan (Jamaika) und Francesco Zanardi (Italien). Moderation: Matthias Katsch

10:30 – 12:00 Uhr
Leitung/Moderation: Claas Löppmann / Catharina Beuster

Seit einigen Jahren kann und muss von jeder pädagogischen Einrichtung, die sich eine hohe Qualität zuschreibt, die Installation eines Schutzkonzeptes vor sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen erwartet werden.
Die Workshop-Referierenden haben sich in Theorie und Praxis sowohl in der Frühpädagogik als auch im Grundschulbereich mit Schutzkonzepten auseinandergesetzt und möchten Raum geben, Gewinne und Hindernisse auszutauschen, sowie Hinweise zu formulieren, wie Schutzkonzepte gelingen können bzw. welche Aspekte mit einem ‚echten Schutzkonzept‘ einhergehen.

10:30 – 12:00 Uhr
Leitung/Moderation: Hjördis E. Wirth / Dorina Kolbe

Das Thema gerät immer mehr in den Fokus der Politik und gewinnt öffentlich an Bedeutung. Was ist Betroffenen wichtig? Was benötigen Betroffene an Unterstützung? Was ist hilfreich oder nicht?

10:30 – 12:30 Uhr
Leitung/Moderation: Frauen*NachtCafé von Wildwasser Berlin e.V.

Der Betroffenen kontrollierte Ansatz wurde von Betroffenen von sexualisierter Gewalt in der Kindheit oder Jugend entwickelt. Er basiert auf der Kritik an den bestehenden gesellschaftlichen Machtstrukturen und betont die Relevanz reflektierten Erfahrungswissens in der Unterstützungs- und Beratungsarbeit.

10:30 – 12:00 Uhr
Leitung/Moderation: Corinna Thalheim / Manuela Rummel

Sexuelle Gewalt und Missbrauch in den DDR-Heimen, Aufarbeitung und Anerkennung des erlittenen Leides.

10:30 – 12:00 Uhr
Leitung/Moderation: Iris Hölling

Im Workshop diskutieren wir aus einer psychiatriekritischen Perspektive die Erfahrung, dass Menschen, denen sexuelle Gewalt angetan wurde, auch psychiatrisiert werden. Viele Psychiatrie-Betroffene erleben diese psychiatrische Intervention als nicht hilfreich, sondern ebenfalls als Gewalt. Gleichzeitig werden von Betroffenen sexualisierter Gewalt oft Forderungen nach mehr Traumatherapie und Verbesserung psychiatrischer Interventionen gestellt.
Im Workshop wollen wir der Frage nachgehen, welche nicht-psychiatrischen Unterstützungsformen sinnvoll und wünschenswert für Betroffene sexualisierter Gewalt sein können. Sind Bündnisse zwischen den Psychiatrie-Betroffenen-Bewegungen und der Selbstorganisation Betroffener sexualisierter Gewalt möglich? Wie könnten diese aussehen? Welche gemeinsamen politischen Forderungen können entwickelt werden?

10:30 – 12:00 Uhr
Leitung/Moderation: Renate Bühn / Survivors‘ Collective

In diesem Workshop wollen wir aktivistische Formen aus der politischen Selbsthilfe aufgreifen und uns gemeinsam über mögliche Formen des Aktivismus gegen sexualisierte Gewalt austauschen. Nach einem gemeinsamen Beginn (ca. 30 Min.) geht es in zwei Gruppen weiter:

1. Gruppe (Renate Bühn): Aktiv werden
Wie könnte eine Aktion nach dem Kongress ab 16:30 Uhr in der Öffentlichkeit aussehen? Eigene Statements können für eine Aktion auf Schilder oder T-Shirts geschrieben und sichtbar gemacht werden, die aber auch nach dem Workshop auf dem Kongress präsentiert werden können. Darüber hinaus wäre es auch eine Idee, die Statements zu einem Clip zusammenzustellen mit dem Ziel, diese auf dem YouTube-Kanal des Betroffenenrates zu veröffentlichen. Material und Farben werden bereitgestellt – mitzubringen: vielfältige Ideen…

2. Gruppe (Survivors’ Collective): Politischer Aktivismus – Kontext Familie
Wir wollen einen Ausschnitt unserer aktuellen Arbeit zum Thema Familie vorstellen und gemeinsam überlegen, wie wir uns als Betroffene von sexuellem Missbrauch im familiären Umfeld politisch organisieren können: Wie können wir die Familie als Institution betrachten? Was sind unsere speziellen Barrieren, und was sind unsere Forderungen an Familien sowie an die Gesellschaft? Wie können wir diese innerhalb von Familien und gesellschaftspolitisch umsetzen?

10:30 – 12:00 Uhr
Leitung/Moderation: Alex Stern / Sophie Schulze

‚Über Geld spricht man nicht‘? Viele Betroffene machen zeitweise die Erfahrung, dass (Aus-)Bildungswege und Berufstätigkeit durch die Gewaltfolgen und Lücken in den sozialen Hilfesystemen unterbrochen werden. Behinderungen und chronische Erkrankungen infolge der Gewalt sind ein (zusätzlicher) Risikofaktor für Armut.
Im Workshop soll ein Austausch über Armut, Behinderung und die Lücken im Sozialsystem möglich werden – und darüber, was helfen kann.

13:00 – 14:15 Uhr
Leitung/Moderation: Kerstin Claus / Tamara Luding

In dieser Runde möchten wir gemeinsam mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern offen und kritisch diskutieren,

  • welche Erwartungen und Anforderungen Betroffene an den Betroffenenrat haben,
  • welche Formen der Vernetzung international, national und regional entwickelt werden und entstehen sollten,
  • wie Betroffenenbeteiligung (aus Betroffenensicht!) künftig gedacht und angegangen werden sollte.

15:00 – 16:30 Uhr
Leitung/Moderation: Renate Bühn / Survivors‘ Collective

Alle, die bei einer öffentlichen Aktion zum Thema mitmachen wollen, sind herzlich eingeladen mitzukommen – als Mitmacher_innen oder Zuschauer_innen.

Änderungen vorbehalten.

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