Sexting

1. Was ist Sexting?

Gerade Kinder und Jugendliche experimentieren mit der Selbstdarstellung im Netz. Sie probieren dort aus, wie sie auf andere wirken. Manche Jugendliche gehen so weit, dass sie aus eigener Initiative erotische und explizit sexuelle Fotos von sich versenden. Das nennt man Sexting – das Wort stammt aus dem Englischen und setzt sich aus „Sex“ und „Texting“, dem englischen Wort für SMS schreiben, zusammen.

Jugendliche bedenken dabei häufig nicht, dass diese Fotos nicht wieder verschwinden, sondern ungewollte Verbreitung finden können. Die Bilder können ins Internet gestellt werden und sind dann sogar weltweit abruf- und kopierbar – und von jedermann zur sexuellen Erregung nutzbar. Solche Bilder werden auch ohne Mitwissen der Mädchen und Jungen als begehrtes Material auf eindeutig pornografischen Webseiten veröffentlicht.

Auch in Schulen kann Sexting zum Problem werden, wenn Bilder und Filme mit sexualisierten Inhalten dort verbreitet werden. Die Bloßstellung, die damit verbunden ist, beschämt das betroffene Mädchen oder den betroffenen Jungen zutiefst. Oft ist dies der Beginn für ein lang andauerndes Mobbing, das sowohl in der Schule als auch in sozialen Netzwerken stattfindet.

2. Was können Eltern und pädagogische Fachkräfte präventiv tun?

Wenn ein Mädchen oder Junge den Mut aufbringt und von einem Sexting-Problem erzählt, ist dies ein schwerer Schritt. Betroffene Mädchen und Jungen fühlen sich komplett ausgeliefert und leiden unter dem Kontrollverlust. Sie schämen sich für das Erlebte und machen sich meistens Vorwürfe, dass sie so naiv waren, sich so täuschen zu lassen. Gleichzeitig haben sie große Angst davor, dass ihre Familie, ihr Freundeskreis oder die Lehrerschaft davon erfahren.

Der Elternteil oder die Fachkraft, der sich der oder die Betroffene anvertraut hat, sollte in diesem Fall mit Ruhe reagieren und zuerst einmal Dankbarkeit für das Vertrauen ausdrücken. Dann kann gemeinsam besprochen werden, was vorgefallen ist und wie darauf reagiert werden kann. Zunächst wäre zu klären, ob die Aufnahme in einem sozialen Netzwerk – zum Beispiel Facebook – hochgeladen wurde. In diesem Fall kann von dem Betreiber der Website die Löschung des Bildes oder des Films verlangt werden. Oft ist dies aber ein sehr langwieriger Prozess, da viele der Betreiber ihren Hauptsitz nicht in Deutschland haben. In diesem Fall kann auch eine Fachberatungsstelle unterstützen und bei weiteren Schritten beraten.

Wichtig ist aber auch, dass Eltern und pädagogische Fachkräfte mit ihren Kindern bzw. ihren Schülerinnen und Schülern über die Risiken des Internets und das Versenden persönlicher Daten und Fotos sprechen. Was einmal im Netz landet, kann kaum noch gelöscht und im Zweifelsfall gegen die eigene Person verwendet werden. Außerdem macht sich jeder strafbar, der unerlaubt Fotos von anderen versendet. Darüber sollten sich Kinder und Jugendliche unbedingt bewusst sein.

Weitere Informationen und Beratung:
Save me online: www.save-me-online.de
Juuuport: www.juuuport.de
Bündnis gegen Cybermobbing: www.buendnis-gegen-cybermobbing.de
Innocence in Danger e.V.: www.innocenceindanger.de/sexting/
Hilfeportal Missbrauch: www.hilfeportal-missbrauch.de

Sie befinden sich hier: