Schutzkonzepte für den digitalen Raum

Bestandteile eines Konzepts zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt

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Kinder und Jugendliche müssen digitale Medien nutzen können, ohne Gefahr zu laufen, sexuelle Übergriffe zu erfahren. Durch die digitalen Medien hat sich die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche fundamental verändert: Immer mehr Minderjährige erleiden sexuelle Übergriffe durch Cybergrooming, durch die Erpressung und Bloßstellung im Zusammenhang mit Sexting oder durch die ungewollte Konfrontation mit Pornografie. Sie bringen oft nicht die Erfahrungen, die emotionale Reife und das Wissen um die Folgen mit, um heikle oder gar gefährliche Situationen richtig einzuschätzen.

Erwachsene tragen Verantwortung dafür, dass alle Räume, in denen sich Kinder und Jugendliche bewegen, sicher sind. Deswegen müssen Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt, wie sie für Sport- oder Freizeiteinrichtungen entwickelt werden, auch für den digitalen Raum gelten. Minderjährige bewegen sich permanent und selbstverständlich im Netz und ermöglichen den Tätern und Täterinnen den nahezu ungestörten Dauerkontakt zu ihnen. Durch die Anonymität des Netzes, die hohe Geschwindigkeit, mit der Kontakte angebahnt werden können, und das Fehlen schützender Bezugspersonen haben sich die Gefahren für Kinder und Jugendliche massiv potenziert. Kinder- und Jugendschutz, wie wir ihn aus der analogen Welt kennen, gibt es in der digitalen Welt nicht.

Wie kann der Online-Kinder- und Jugendschutz verbessert werden? Was lässt sich konkret tun, um sexuelle Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche im Netz zu verhindern, und wie kann betroffenen Mädchen und Jungen wirksam geholfen werden? Ein Schutzkonzept für den digitalen Raum gibt Antworten auf diese Fragen und beinhaltet konkrete Maßnahmen, wie IT-Unternehmen den Schutz der Mädchen und Jungen im Netz verbessern und sich mit einer klaren Haltung für mehr Kinderschutz positionieren können.

Bestandteile eines Schutzkonzeptes für den digitalen Raum

I. Klare Regeln aufstellen

  • Positionieren und Haltung zeigen
  • Community-Guidelines und leicht verständliche Nutzungsbedingungen zum Umgang mit sexueller Gewalt definieren und für alle kenntlich machen
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II. Technische Möglichkeiten nutzen

  • Instrumente wie Alterskennzeichnung, Identifikationsverfahren und sicherste Voreinstellung anwenden
  • Zentrale Aktivierung von technischen Schutzmechanismen gewährleisten
  • Proaktive Kontrollen durchführen
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III. Handlungsstrategien festlegen

  • Bei Regelverstößen konkrete Konsequenzen definieren
  • Kinderfreundliche Beschwerdeverfahren mit konkreten Reaktionsplänen einrichten
  • Betroffenen Hilfe anbieten
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IV. Aktiv informieren

  • Informationsvermittlung optimieren durch transparente FAQs
  • Webinare, Kampagnen, Hinweise auf kostenlose Hilfeangebote
  • Formatgerechte Ansprache von Kindern, Jugendlichen und Eltern
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V. Personalverantwortung übernehmen

  • Klare Positionierung von Führungspersonen der Unternehmen
  • Gezielte Auswahl, Schulung, Supervision und Fortbildungen von Mitarbeitenden der Beschwerdestellen und Chat-Moderation
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VI. Kooperationen ausbauen

  • Zusammenarbeit mit deutschen Strafverfolgungsbehörden
  • Dauerhafte Kooperation mit Beratungsstellen
  • Vernetzung mit Institutionen und Organisationen im Kinderschutz
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