V. Personalverantwortung übernehmen

  • Klare Positionierung von Führungspersonen der Unternehmen
  • Gezielte Auswahl, Schulung, Supervision und Fortbildungen von Mitarbeitenden der Beschwerdestellen und Chat-Moderation

Ein klares Bekenntnis gegen sexuelle Gewalt sollte sich nicht nur in der Außendarstellung und den Hilfe- und Beschwerdeangeboten für Nutzerinnen und Nutzer, sondern auch in der Personalpolitik des IT-Unternehmens bzw. Anbieters niederschlagen. Mitarbeitende sollten zum Thema geschult sein und Unterstützungsangebote erhalten, wenn sie in ihrer Tätigkeit mit sexueller Gewalt konfrontiert sind.

Beispiele:

  • Bei der Auswahl der Beschwerdeteams und möglicher Chat-Moderationen, aber auch bei der Auswahl der IT-Mitarbeitenden mit besonderen Administrator- und Zugangsberechtigungen sollten Grundkenntnisse im Bereich sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige gefordert und durch Fortbildungen in Kooperation mit Fachberatungsstellen gewährleistet werden.
  • Alle Mitarbeitenden, die mit der Bearbeitung von Inhalten sexueller Gewalt betraut sind, sollten über ein vertieftes Wissen zu sexueller Gewalt verfügen. Sie sollten wissen, wie sie sich verhalten sollten, wenn sie auf strafrechtlich relevante oder verstörende sexuelle Inhalte stoßen, zum Beispiel welche Abteilung oder externen Ansprechstellen in solchen Fällen informiert werden müssen.
  • Jugendschutzbeauftragte sollten in alle Prozesse eingebunden werden, die die Userinnen und User betreffen. Sie sollten im Rahmen der Produktentwicklung einbezogen werden, um das Prinzip „Safety by Design“ auch im Hinblick auf den Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche umzusetzen. Sie sollten über entsprechende Qualifikationen und umfassendes Wissen zum Kinder- und Jugendschutz sowie spezifisch zu sexueller Gewalt verfügen.
  • Bei direktem Kontakt mit Minderjährigen, beispielsweise bei den Moderatorinnen und Moderatoren, sollte von den Mitarbeitenden die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses verlangt oder wenigstens eine Selbstverpflichtung unterschrieben werden, die explizit die Haltung und den Umgang des Unternehmens mit sexueller Gewalt benennt.
  • Personalverantwortung bedeutet auch, der Fürsorgepflicht gegenüber den eigenen Mitarbeitenden, insbesondere derjenigen, die in den Beschwerdeteams tätig sind, nachzukommen und ausreichende Fortbildungen und Unterstützungsangebote, wie Team- und Einzelsupervision, anzubieten.

 

 

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