Missbrauchsdarstellungen

1. Was sind Missbrauchsdarstellungen?

Missbrauchsdarstellungen zeigen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen unter 14 Jahren. Der Besitz, der Erwerb oder die Verbreitung von „kinderpornografischen Schriften“, wie das Gesetz diese Materialien nennt, ist strafbar.

Es folgt ein Info-Kasten

Neue Begriffe – Kinderpornografie durch Missbrauchsdarstellungen ersetzen!

Der Begriff Kinderpornografie ist ungenau und verharmlosend. Es sollte auch sprachlich zum Ausdruck kommen, dass jede derartige Darstellung ein Verbrechen zum Gegenstand hat. Es gibt keine Sexualität mit Kindern, denn sexuelle Handlungen an oder mit Kindern sind immer sexuelle Gewalt.

Vielen Nutzern von Missbrauchsabbildungen, -filmen oder -texten, also Menschen, die dieses Material zur sexuellen Erregung benutzen, fehlt das Unrechtsbewusstsein: Sie weisen darauf hin, dass durch ihren Konsum kein Kind zu Schaden käme. Mit der Behauptung, es sei besser, diese Abbildungen zu konsumieren, statt Kinder zu missbrauchen, versuchen sie ihr Tun zu rechtfertigen – und zeigen damit, dass sie keinerlei Einfühlungsvermögen für die Kinder und das ihnen zugefügte Leid besitzen. Denn: Jeder Missbrauchsdarstellung liegt ein realer Missbrauch von Kindern zugrunde.

Zudem sinkt bei manchen Menschen durch den Konsum von Missbrauchsdarstellungen die Hemmschwelle, selbst Kinder sexuell zu missbrauchen. Auch der Konsum von Materialien, die fiktive Geschehnisse darstellen, kann diese Wirkung haben.

Kinder, die sexuell missbraucht und dabei aufgenommen werden, haben eine besondere Belastung zu ertragen. Zusätzlich zu den schmerzhaften und ihr Leben beeinträchtigenden Folgen sexueller Gewalt müssen sie mit dem Wissen leben, dass der Missbrauch bildlich weiter existiert. Die beim Missbrauch erlebte Ohnmachtserfahrung setzt sich also fort. Zudem müssen die Opfer für immer befürchten, dass Freunde oder Freundinnen, Familienmitglieder oder Partnerinnen bzw. Partner sie auf diesen Bildern erkennen. Diese Belastungen erschweren die Verarbeitung von sexuellem Missbrauch erheblich.

2. Was ist Posing?

Die Bezeichnung Posing bezieht sich auf sehr unterschiedliche Abbildungen: Das Spektrum reicht von bekleideten, posierenden Kindern, Kindern in Unterwäsche oder Badekleidung, über Nacktbilder schlafender oder im Planschbecken spielender Kinder bis hin zu so genannten Fetischbildern. Das sind etwa Aufnahmen von Kindern in Windeln oder Strumpfhosen, die manche Erwachsene sexuell erregen.

Weitere Informationen zur rechtlichen Rahmensituation sind hier zu finden

3. Welche Verantwortung tragen Eltern und pädagogische Fachkräfte?

Über die Risiken der digitalen Verbreitung von Bildern und Videos sind sich viele Eltern und auch pädagogische Fachkräfte nicht bewusst. Eltern müssen dafür sensibilisiert werden und lernen, die Persönlichkeitsrechte ihrer Kinder zu wahren und bestimmte Bilder ihrer Kinder nicht öffentlich zugänglich zu machen – auch nicht in sozialen Netzwerken. Es ist ein Unterschied, ob Eltern Fotos vom Nacktplanschen ihrer Kinder im Meer in ihr Familienalbum kleben oder sie auf Facebook stellen.

Auch pädagogische Einrichtungen wie  Kita oder Schule müssen überlegen, ob es sinnvoll ist, die Fotos einer Kinderreise allen Eltern digital zugänglich zu machen oder auf die Webseite zu stellen. Sobald ein Bild einmal digital verankert ist, kann seine Verbreitung nicht mehr kontrolliert werden. Viele Eltern wissen nicht, dass Täter oder Täterinnen mittlerweile auch Kindergesichter, die sie besonders ansprechend finden, aus Fotos ausschneiden und diese in Missbrauchsdarstellungen anderer Kinder hineinkopieren und verbreiten.

Eltern, aber auch Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte sollten zudem gegenüber fremden Personen aufmerksam sein und sich trauen, diese anzusprechen, wenn sie bemerken, dass sie Kinder fotografieren.

4. Was ist in einem Verdachtsfall zu tun?

Wenn der Verdacht entsteht, dass eine Person im Bekannten- oder Verwandtenkreis Missbrauchsabbildungen besitzt, sind diese Vermutungen unbedingt ernst zu nehmen.

Aber: Keine voreiligen Gerüchte streuen. Denn dies gibt dem Betreffenden die Chance,  Material zu vernichten, sodass ihm nichts mehr nachzuweisen ist. Trifft  die Vermutung hingegen nicht zu, kann das soziale Ansehen des Betreffenden grundlos und massiv beschädigt werden.
Im Verdachtsfall bieten Beratungsstellen und  das Hilfetelefon erste Unterstützung.

Wer im Internet Inhalte entdeckt, die verdächtig erscheinen oder auch eindeutig sexuelle, missbräuchliche Handlungen an Kindern abbilden, sollte dies sofort  der Polizei oder dem zuständigen Landeskriminalamt melden oder die  Seite einer der Meldestellen im Internet mitteilen.

Die Suche nach solchem Material ist auf jeden Fall allein Aufgabe der zuständigen Behörden. Durch eine Recherche auf  eigene Faust kann sich der oder die Betreffende unter Umständen sogar selbst strafbar machen.

Weitere Informationen zum Thema auch unter Strafrecht

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