„Hinsehen – Hinhören – Handeln!“: Fachtag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt

Wo stehen wir bei der Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und welche Rolle spielen digitale Medien? Auf einem interdisziplinären Fachtag, veranstaltet vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt, traten heute in Magdeburg WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen in den Dialog mit Fachleuten aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Familienförderung, sowie dem Bildungs-, Sport- und Freizeitbereich.

© Ute Albersmann Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration (links); Rörig

Bei dem Fachtag wurden Strategien und Maßnahmen und sowie förderliche Rahmenbedingungen für verbesserten Schutz und Hilfe bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche erörtert.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr bundesweit rund 14.600 Kinder Opfer sexualisierter Gewalt. „Das entspricht 40 sexuell missbrauchten Kindern pro Tag“, sagt Grimm-Benne. Allein in Sachsen-Anhalt sei 2018 der sexuelle Missbrauch von 499 Kindern angezeigt worden, die Dunkelziffer liege vermutlich um ein Vielfaches höher. „Das dürfen wir nicht hinnehmen. Unsere Maxime muss vielmehr sein: Hinsehen. Hinhören. Und vor allem: Handeln“, so die Ministerin, die konsequent auf weitere Fortbildung der Fachkräfte in Sachsen-Anhalt setzt.

Die große Zahl der Missbrauchsfälle dürfe nicht weiter hingenommen werden, betonte auch der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig. Zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen müssten von jedem Bundesland für den Kinderschutz eingesetzt werden. „Ich empfehle jeder Landesregierung, zeitnah einen Landesmissbrauchsbeauftragten einzusetzen, der bei der ressortübergreifenden Koordination und Zusammenarbeit unterstützt und dazu beiträgt, die für eine Verbesserung von Schutz und Hilfe notwendigen Maßnahmen umzusetzen.“

Zur Forderung Rörigs nach vergleichbaren Missbrauchsbeauftragten auf Länderebene sagt Grimm-Benne: „Eine solche Interessensvertretung auf Landesebene ist durchaus vorstellbar und wünschenswert.“

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