Deutsche Krankenhausgesellschaft stärkt Schutz vor sexueller Gewalt

Berlin, 23. Februar 2016. Als Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) unterzeichnet Georg Baum heute eine Vereinbarung mit dem Unabhängigen Beauftragten Johannes-Wilhelm Rörig. Mit der neuen Vereinbarung steigert die DKG ihr Engagement gegen sexuellen Missbrauch in deutschen Krankenhäusern und angeschlossenen Einrichtungen.

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Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich die DKG, eine flächendeckende Einführung und Implementierung von Schutzkonzepten innerhalb der ihr möglichen Strukturen zu unterstützen. Als Zusammenschluss der Spitzen- und Landesverbände der Krankenhausträger in Deutschland unterstützt die DKG dadurch die Arbeit für mehr Schutz vor sexuellem Missbrauch.

Kliniken als Schutzraum und Kompetenzort zugleich

Schutzkonzepte müssen über einzelne und isolierte Präventionsmaßnahmen hinausgehen. Ziel muss es sein, dass Kliniken sowohl Schutzraum (kein Tatort werden) als auch als Kompetenzort sind, wo Kinder Hilfe erhalten, die anderswo sexualisierte Gewalt erleiden. Dazu gehört sowohl die Fortbildung der Mitarbeitenden als auch die Erstellung konkreter Interventionspläne bei Verdachtsfällen. Dabei gilt es, die jeweiligen Risikofaktoren besonders zu berücksichtigen.

„Der Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns als Krankenhäuser gerne anschließen. Mit der Unterzeichnung setzen wir einen Weg fort, der in den Krankenhäusern schon lange beschritten wird. Viele Kliniken führen Kinderschutz strukturiert nach Behandlungspfad durch, Kinderschutzambulanzen sind vielerorts eingerichtet. Die Sensibilität bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern potenziell sexualisierte Gewalt  an Kindern wahrzunehmen, ist deutlich gestiegen. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, Schutzkonzepte weiter zu entwickeln, damit Kliniken Schutzraum für Kinder gewährleisten“, kommentiert Georg Baum, DKG-Hauptgeschäftsführer die Vereinbarung.

„Ich freue mich, dass es sich die DKG zur Aufgabe macht, ihre Landesverbände und die dazu gehörenden Kliniken für den Schutz vor sexualisierter Gewalt zu sensibilisieren und darauf hinzuwirken, dass Kliniken Orte sind –  und auch als solche wahrgenommen werden – an denen Betroffene sexueller Gewalt Hilfe erhalten“, so der Missbrauchsbeauftragte Rörig.

Erhöhter Schutz für Kinder und Jugendliche

Besonders in Trauma-Ambulanzen der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden Kinder und Jugendliche betreut, die sexualisierte oder körperliche Gewalt erfahren haben. Hier wird den jungen Betroffenen unmittelbare Hilfe angeboten. Ein höchst sensibler Umgang mit den Mädchen und Jungen steht ganz oben auf der Agenda.

In Kinderkliniken finden körperliche, oft den Intimbereich berührende Untersuchungen und Behandlungen statt oder auch Handlungen und Behandlungen, in denen ein Kind oder ein Jugendlicher sich mit einer erwachsenen Person allein in einem Raum befindet – ob bei der Krankengymnastik oder der radiologischen Untersuchung. Auch hier ist eine Risikoanalyse Voraussetzung für ein gutes Konzept zum Schutz vor sexuellen Übergriffen und Gewalt.

Klares Zeichen der deutschen Kliniken

Rörig begrüßt das Engagement der DKG: „Ich schätze es sehr, dass sich die DKG mit der Vereinbarung verpflichtet, eine flächendeckende Einführung und Implementierung von Schutzkonzepten innerhalb ihrer e Strukturen zu unterstützen und sich intensiv mit dem Thema Prävention von sexuellem Missbrauch auseinanderzusetzen. Hier ist die Kommunikation einer Klinik, etwa durch eine Verankerung im Leitbild oder einen öffentlichen Auftritt im Netz, ein entscheidendes Signal, das potenzielle Täter abschreckt, Betroffene ermutigt und ihnen den Weg zur Hilfe ermöglicht.“

Weitere Informationen unter www.dkgev.de

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