Deutscher Bundesjugendring setzt sich für Schutzkonzepte ein

Berlin, 24. März 2016. Lisi Maier und Stephan Groschwitz, Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR), haben eine Vereinbarung mit dem Missbrauchsbeauftragten Rörig geschlossen. Damit will der Bundesjugendring den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt in der Jugendarbeit nachhaltig verbessern.

v.l.n.r.: UBSKM Rörig, Lisi Maier, Stephan Groschwitz
© Christine Fenzl v.l.n.r.: UBSKM Rörig, Lisi Maier, Stephan Groschwitz

Der DBJR wird als Plattform den fachlichen Austausch der Mitgliedsorganisationen zu Anforderungen an Schutzkonzepte für die Jugendverbandsarbeit stärken und im Rahmen einer Fachwerkstatt gemeinsam mit dem UBSKM die Herausforderungen um die Frage der sexuelle Gewalt unter Jugendlichen beraten. Im Ergebnis soll das erarbeitete fachliche Material im Rahmen der Initiative „Kein Raum für Missbrauch“ veröffentlicht werden.

Rörig: Jugendverbandsarbeit  birgt große Chancen für Hilfe von betroffenen Kindern und Jugendlichen

Rörig sieht diese Vereinbarung als wichtigen Schritt, die Verantwortungsträger in der Jugendarbeit für das Thema weiter zu sensibilisieren: „Jugendverbandliche Freizeitaktivitäten können für von sexueller Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche eine besondere Chance bieten, vertrauensvolle Ansprechpersonen zu finden und ihnen so Hilfe zu leisten. Dafür braucht es sensibilisierte Jugendleiterinnen und -leiter, die wissen, was zu tun ist. Gleichzeitig stehen die Verbände und Akteure vor Ort vor der Herausforderung, Kinder und Jugendliche davor zu schützen, in diesem Kontext selbst sexueller Gewalt zu begegnen. Ich bin daher sehr froh, dass der DBJR Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt ganz oben auf seine Agenda setzt. Es ist mir ein besonderes Anliegen, gemeinsam mit den Jugendverbänden das Thema sexuelle Gewalt unter Jugendlichen stärker in die Diskussion um Schutzkonzepte in Einrichtungen und Organisationen zu tragen.“

Lisi Maier, Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings, kommentierte die Vereinbarung: „Die positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist das große Anliegen der Jugendverbände. Aus unserem Selbstverständnis gehört zur Prävention sexualisierter Gewalt, junge Menschen zu stärken. Wir schützen sie in unseren Strukturen mit starken Präventionskonzepten. Und wir vertreten ihre jugendpolitischen Interessen in der Debatte um Prävention und Schutz vor Missbrauch. Prävention sexualisierter Gewalt ist ein Qualitätsmerkmal guter Kinder- und Jugendarbeit.“

Stephan Groschwitz, Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings sagte: „Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Unversehrtheit und Selbstbestimmung – auch und gerade in Bezug auf ihre Sexualität. Deshalb sind wir Jugendverbände selbstverständlich Partnerinnen und Partner beim Kampf gegen Missbrauch.“

Schutzkonzepte erleichtern offenen Umgang in der Jugendarbeit

Jugendverbände sind gefordert Präventionsstrategien zu entwickeln, die den besonderen Strukturmerkmalen von Jugendverbandsarbeit berücksichtigen. Denn die überwiegend ehrenamtlichen Verantwortlichen der Jugendverbände, die freiwillige Teilnahme, die ausgeprägten Beteiligungs- und Selbstorganisationsprozesse sowie die Vielfalt der Angebots- und Zeitformen bieten einerseits besonders günstige Rahmenbedingungen, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen verantwortungsvoll zu leben. Andererseits sind damit Risikofaktoren verbunden, die eine Präventions- und Schutzstrategie analysieren und berücksichtigen muss. Ein offener Umgang ist in der Jugendverbandsarbeit unverzichtbar. Umso wichtiger sind aber passgenaue Schutzkonzepte, da dies auch Gefährdungen begünstigen bzw. strategisches Täterverhalten erleichtern kann.

Der Bundesjugendring fordert in diesem Zusammenhang ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen für Jugendverbände und Fachberatung, um umfassenden Anforderungen an Prävention und Intervention in den Organisationen und der entsprechenden erforderlichen stetigen Qualifizierung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden gerecht zu werden.  

Breites Spektrum der Jugendarbeit

Im Deutschen Bundesjugendring e. V. (DBJR) haben sich auf Bundesebene tätige Jugendverbände und die Landesjugendringe freiwillig zusammengeschlossen, um bei Wahrung ihrer Selbstständigkeit zusammen zu arbeiten, ihre gemeinsamen Interessen in der Öffentlichkeit zu vertreten, die Belange der Jugendarbeit zu fördern und dem Wohle der gesamten Jugend zu dienen. Er ist damit Arbeitsgemeinschaft und Netzwerk. In ihm sind zurzeit 28 Jugendverbände, 16 Landesjugendringe und sechs Anschlussverbände organisiert.

Die Mitgliedsorganisationen des DBJR stehen für ein breites Spektrum jugendlichen Engagements: Konfessionelle, ökologische und kulturelle Verbände sind hier ebenso zusammengeschlossen wie Arbeiterjugendverbände, humanitär geprägte Verbände, Pfadfinder_innen-Verbände und Verbände junger Migrant_innen. Ebenso vielfältig sind ihre Strukturen und ihre Größe. In Jugendverbänden und Jugendgruppen wird Jugendarbeit von jungen Menschen selbst organisiert, gemeinschaftlich gestaltet und mitverantwortet.

Weitere Informationen zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt finden Sie hier.

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Vereinbarung DBJR und UBSKM

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UBSKM Rörig mit Lisi Maier und Stephan Groschwitz, DBJR

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