Fachgespräch zu sexualisierter Gewalt mittels digitaler Medien

Berlin, 17. Januar 2017. Im Rahmen eines Fachgesprächs wird heute die Expertise Sexualisierte Grenzverletzungen und Gewalt mittels digitaler Medien vorgestellt. Expertinnen und Experten diskutieren die auf der Expertise basierenden Empfehlungen der „Konzeptgruppe Internet“ im Beirat des Unabhängigen Beauftragten.

© UBSKM, Christine Fenzl v.l.n.r.: Rörig, von Weiler

Internet und digitale Medien stellen für Kinder und Jugendliche wichtige soziale – auch partnerschaftliche und sexuelle – Erfahrungsräume dar. Sie bergen neben Chancen aber auch Risiken, denn immer neue Formen sexualisierter Gewalt dringen mittels digitaler Medien in die Welt der Mädchen und Jungen ein.

„Politik und Gesellschaft müssen sich fragen: Wie können wirksame Schutzmechanismen entwickelt werden, welche Nutzungspraxen erweisen sich als besonders problematisch, wo fehlt nötiges Wissen und wie können Politik und Wirtschaft stärker in die Verantwortung genommen werden?“, so Rörig.

Der UBSKM hat gemeinsam mit der „Konzeptgruppe Internet“, einer interdisziplinären Arbeitsgruppe seines Beirats, beim Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die Expertise Sexualisierte Grenzverletzungen und Gewalt mittels digitaler Medien beauftragt und erste Empfehlungen an Politik und Gesellschaft formuliert. Die Expertise wird heute von den Ko-Autoren Prof. Dr. phil. Arne Dekker und Prof. Dr. med. Peer Briken vorgestellt und mit über 100 Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und des Kinderschutzes diskutiert.

Die Expertise präsentiert den aktuellen Kenntnisstand zu Gefahren, denen Kinder und Jugendliche im Netz ausgesetzt sind: ungewollte Konfrontation mit Pornografie, ungewollte sexuelle Annäherung, Grooming oder die unerlaubte Weiterleitung von sogenannten Sexting-Bildern oder Texten. Insbesondere zeigt die Expertise erheblichen Forschungsbedarf in diesen Themenbereichen auf.

Der Beauftragte und seine Konzeptgruppe sehen die Notwendigkeit einer national wie international vernetzten, interdisziplinär ausgerichteten und regelmäßig aktualisierten Strategie der Prävention und Intervention im Themenfeld der sexualisierten Gewalt mittels digitaler Medien. Dafür bedarf es einer angemessenen Personalausstattung aller Akteure und einer angepassten und auf das Thema ausgerichteten Aus- und Weiterbildung. Nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern vor allem die erwachsene Gesellschaft – Eltern, pädagogische Fach- und Lehrkräfte sowie Anbieter von Online-Angeboten – müssen Verantwortung übernehmen.

Die Veranstaltung endet mit einer Podiumsdiskussion, in der die Ergebnisse des Fachtages zusammentragen und Forderungen für den Umgang mit sexualisierter Gewalt mittels digitaler Medien entwickelt werden. Diese sollen in die weiteren politischen und gesellschaftlichen Prozesse und Diskussionen einfließen.

Detaillierte Informationen zum Fachgespräch finden Sie hier.

Downloads

Expertise Sexuelle Gewalt an Kindern mittels digitaler Medien

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Programm Fachgespräch

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Pressemitteilung vom 17.01.2017

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Stellvertretende Pressesprecherin
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