Jahresempfang: Rörig würdigt Engagement der Zivilgesellschaft

Berlin, 15. März 2016. Im Anschluss an den „Fachtag Kindesmissbrauch“ lud der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs zum Jahresempfang. Im Vordergrund des Empfangs standen die Würdigung der großen Dachorganisationen der Zivilgesellschaft und ihr Engagement bei der Prävention.

© Christine Fenzl

Eröffnet wurde der Empfang mit einem Grußwort des Staatssekretärs im Bundesfamilienministerium, Dr. Ralf Kleindiek: „Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein schreckliches Verbrechen. Das Thema ist verstörend und schmerzlich, aber wir dürfen uns nicht hinter unserer Unsicherheit verstecken. Wir können und müssen dafür arbeiten, das Thema wach zu halten, Betroffenen zu helfen und Kinder zu schützen."

Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek mit Mitgliedern des Betroffenenrates © Christine Fenzl
Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek mit Mitgliedern des Betroffenenrates
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Dachorganisationen verstärken ihr Engagement bei der Prävention

In diesen Wochen schließt der Unabhängige Beauftragte mit vielen Verbänden und Organisationen der Zivilgesellschaft, wie Religionsgemeinschaften, den sechs Wohlfahrtsverbänden, dem Deutschen Olympischen Sportbund oder dem Deutschen Bundesjugendring Vereinbarungen für einen verbesserten Schutz der Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt. Ziel der verbindlichen Verabredungen ist es, das Risiko für sexuelle Gewalt zu senken und langfristig zu einer Verringerung der Missbrauchsfälle zu kommen. Betroffene Mädchen und Jungen sollen in Einrichtungen kompetente Ansprechpersonen finden, die ihnen Wege zu Hilfen aufzeigen. Rörig: „Das sind wichtige Signale  für die Engagierten vor Ort und für jene, die für Prävention noch gewonnen werden müssen, damit Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt in allen Einrichtungen zum gelebten Alltag werden. Es muss unser Ziel sein, dass wir durch verbesserte und passgenaue Prävention in den kommenden Jahren sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen in Deutschland spürbar eindämmen!“

Fachtagung mit DJI am 15. März 2016 machte deutlich: Prävention kommt vor Ort an

Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Direktor und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Jugendinstituts (DJI) bewertete in seiner anschließenden Rede die Veränderungen der letzten Jahre als ermutigende Entwicklung: „Unsere Gesellschaft hat verstanden, dass der Schutz von Kindern ernster genommen werden muss, als dies lange Zeit der Fall war.“ Wichtig sei hierfür neben Schutzkonzepten eine allgemeine Kultur der institutionellen Wachsamkeit: „Je aufmerksamer Einrichtungen und ihre Beschäftigten sind, je mehr aus dem verunsicherten Wegschauen eine Kultur des Hinhörens wird, umso eher wird sexuelle Gewalt bei Kindern aufgedeckt oder von vorneherein vermieden.“ Im Vorfeld des Jahresempfangs hatten der Unabhängige Beauftragte und das DJI zu einer Fachtagung eingeladen, auf der die Ergebnisse des Teilbericht 1 des Monitorings 2015 – 2018 aus dem Bildungs- und Erziehungsbereich sowie die neue Expertise zu Fachberatungsstellen vorgestellt wurden.

Würdigung des Betroffenenrates und der Unabhängigen Kommission Aufarbeitung

Rörig würdigte ebenfalls das Engagement des Betroffenenrates. Er dankte dem Betroffenenrat  für sein ehrenamtliches Engagement und seine enorme Unterstützung. Rörig: „Die Zusammenarbeit mit dem Betroffenenrat legitimiert meine Arbeit und mein Amt“, betonte Rörig, „die Expertise und die Perspektive der Betroffenen ist wichtigfür alle Bereiche, mit denen wir uns beschäftigen müssen: von der Prävention und Intervention über Hilfen bis zur Aufarbeitung!“

Auf dem Jahresempfang stellen sich auch erstmals die Mitglieder der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs vor und gaben erste Einblicke in die künftige Arbeit der Kommission. Ständige Gäste der Kommission sind zwei Mitglieder des Betroffenenrates, Tamara Luding und Matthias Katsch, sowie der Unabhängige Beauftrage Johannes-Wilhelm Rörig und die Leiterin seines Arbeitsstabes, Dr. Manuela Stötzel.

Mitglieder der  Aufarbeitungskommission, v.l.n.r. Prof. Dr. Jens Brachmann, Brigitte Tillmann, Prof. Dr. Barbara Kavemann, Dr. Christine Bergmann, Prof. Dr. Sabine Andresen (Vorsitzende), Prof. Dr. Heiner Keupp © Christine Fenzl
Mitglieder der Aufarbeitungskommission, v.l.n.r. Prof. Dr. Jens Brachmann, Brigitte Tillmann, Prof. Dr. Barbara Kavemann, Dr. Christine Bergmann, Prof. Dr. Sabine Andresen (Vorsitzende), Prof. Dr. Heiner Keupp
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Staatssekretär Dr. Kleindiek stellt Verlängerung des Hilfsfonds für Betroffene in Familien in Aussicht

Das Grußwort von Staatssekretär Dr. Kleindiek wurde hinsichtlich des Fonds mit großer Spannung erwartet. In seinem Grußwort verkündete er, dass Anträge für den Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich über den 30. April 2016 hinaus gestellt werden können. Damit soll die Brückenfunktion, die das sogenannte Ergänzende Hilfesystem (EHS) hat, bis das bestehende Opferentschädigungsgesetz reformiert wird, weiter aufrechterhalten bleiben. Die noch notwendigen intensiven Gespräche und Abstimmungen zur konkreten Umsetzung sollen jetzt zeitnah geführt werden.

Fotoaktion „Wir geben Missbrauch keinen Raum“

Mit einer besonderen Fotoaktion konnten Vereinbarungspartner, Mitglieder des Betroffenenrates und der Aufarbeitungskommission und alle Gäste ihrem Engagement gegen Missbrauch Ausdruck verleihen. Hierfür ließen sie vor Ort Fotos von sich mit dem Schild „Wir geben Missbrauch keinen Raum“ erstellen, die während des Abends auf einem großen Monitor eingespielt wurden.

Downloads

Foto Atmo Jahresempfang

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Foto ST Dr. Kleindiek und Mitglieder Betroffenenrat

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Foto Mitglieder Aufarbeitungskommission

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Friederike Beck
Pressesprecherin
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