Jüdische Gemeinden engagieren sich für den Schutz vor sexueller Gewalt

Berlin, 15. Juni 2016. Abraham Lehrer, Präsident der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland e. V. (ZWST) unterstreicht das Engagement der jüdischen Gemeinden für den Schutz von Kindern und Jugendlichen.

© UBSKM

Die im März unterzeichnete Vereinbarung zwischen der ZWST und dem Missbrauchsbeauftragten hält fest, dass die ZWST darauf hinwirkt, bis Ende 2018 in den Einrichtungen ihres Wirkungskreises den Schutz vor sexualisierter Gewalt im Leitbild zu verankern, Notfallpläne zu implementieren und die haupt- sowie ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spezifisch fortzubilden. 

Rörig: Zusammenarbeit wichtiges Zeichen

Rörig begrüßt das Engagement: „Ich freue mich sehr, dass sich die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden und Einrichtungen auf den Weg macht, Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu erarbeiten und umzusetzen. Die ZWST ist einer der sechs Wohlfahrtsverbände, die ganz maßgeblich die soziale Arbeit in Deutschland gestalten und verantworten. Nur wenn alle gesellschaftlichen Akteure daran mitwirken, kann ein besserer Schutz aller Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt gelingen. Es ist ein wichtiges Zeichen, die jüdischen Gemeinden in Deutschland an meiner Seite zu haben.“ 

Lehrer: Kinderbetreuung bedeutet besondere Verantwortung

ZWST-Präsident Lehrer kommentiert die Vereinbarung: „Beim Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch von Mädchen und Jungen bedarf es einer verstärkten Verantwortungsübernahme und aktiveren Mitarbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen. Um einen wirksamen Schutz zu gewährleisten, müssen Präventionsmaßnahmen möglichst früh ansetzen. Im Rahmen der verschiedenen Aufgabenbereiche der ZWST werden Hunderte von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen regelmäßig in direkter bzw. indirekter Verantwortung der ZWST anvertraut. Die ZWST sieht sich daher in besonderer Weise verpflichtet, die ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen wirkungsvoll vor jeglicher sexualisierter Gewalt zu schützen. Die Vereinbarung mit dem UBSKM ist ein wichtiger Schritt, die Präventionsarbeit der ZWST in diesem Bereich weiter auszubauen.“

Schutz vor sexualisierter Gewalt fester Bestandteil der Fortbildungen

Der Schutz vor sexualisierter Gewalt soll in den kommenden Jahren als festes Praxis- und Theoriemodul in die Fortbildung zu Jugendleitern für die Jugendzentren der jüdischen Gemeinden Deutschland integriert werden. Darüber wird der UBSKM unmittelbar in die bundesweiten Netzwerktreffen bzw. Kommissionssitzungen der Jugenddezernenten und Jugendzentrumsleiter der jüdischen Gemeinde in Deutschland miteinbezogen, um die Bedeutung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt näher vorzustellen.

Die ZWST vertritt 106 rechtlich selbstständige jüdische Gemeinden auf dem Gesamtgebiet der Wohlfahrtspflege. Die ZWST wird das Themenfeld sexualisierter Gewalt in ihrem vierteljährlichen Magazin „ZWST-Informiert“, der Homepage www.zwst.org und ihrer Facebook-Seite aufgreifen. Der European Council of Jewish Communities, die jüdischen Gemeinden, jüdische Nachrichtenportale wie www.hagalil.com und die „Jüdische Allgemeine“ werden über die Zusammenarbeit zwischen ZWST und UBSKM informiert.

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Vereinbarung ZWST UBSKM

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Abraham Lehrer und UBSKM Rörig

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Friederike Beck
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