Rörig eröffnet Jahrestagung der Deutschen Liga für das Kind

Erfurt/Berlin, 9. Oktober 2015. Missbrauchsbeauftragter Rörig fordert auf Jahrestagung der Deutschen Liga für das Kind im Thüringer Landtag die flächendeckende Einführung von Schutzkonzepten in Kitas.

Missbrauchsbeauftragter Rörig bei seiner Rede vor der Deutschen Liga für das Kind
© UBSKM Missbrauchsbeauftragter Rörig bei seiner Rede vor der Deutschen Liga für das Kind

Der Unabhängige Beauftragte Rörig hat mit einem Vortrag die zweitägige Jahrestagung „Kindliche Sexualität – Zwischen sexueller Bildung und Schutz vor Missbrauch“ der Deutschen Liga für das Kind am 9. Oktober im in Erfurt eröffnet.

Rörig: Mehr Prävention von sexueller Gewalt

Rörig bekräftigte in seinem Vortrag seine Forderung nach Einführung von Schutzkonzepten in Einrichtungen, denen Kinder anvertraut sind: "Sexueller Missbrauch gehört leider noch immer zum Grundrisiko einer Kindheit. Deshalb muss in Prävention von sexueller Gewalt mehr investiert werden. Die Botschaft lautet: Missbrauch ist nicht unausweichlich, gegen Missbrauch gibt es Schutzkonzepte! Es muss unser Ziel sein, dass in Einrichtungen alle wissen, was sie zum Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt beitragen können und sollen."

Tabuisierung hilft nicht weiter

Neben der Bedeutung von Präventions- und Interventionskonzepten zum Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt wurden auch Fragen einer geschlechtergerechten Pädagogik sowie Sexualaufklärung und Sexualerziehung diskutiert.

Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München und Präsidentin der Deutschen Liga für das Kind sprach sich gegen eine Tabusierung des Themas sexueller Gewalt in Bildungseinrichtungen aus: "Wenn es um Sexualerziehung geht, sind viele Eltern und auch zahlreiche Fachleute verunsichert. Eine Vermeidung oder sogar Tabuisierung des Themas hilft aber nicht weiter. Wir brauchen eine ganzheitliche Sexualpädagogik, die sich an den Bedürfnissen und Rechten der Kinder auf Schutz und altersgerechte Bildung orientiert."

Die Deutsche Liga für das Kind forderte in Erfurt:

  1. die flächendeckende Einführung von Schutzkonzepten in Kitas zur Prävention und zur Intervention bei sexualisierter Gewalt, einschließlich altersgerechter Beschwerdemöglicheiten,
  2. geeignete Informationsmaterialien in verschiedenen Sprachen für Eltern über die Bedeutung einer Grenzen wahrenden Sexualerziehung,
  3. eine kindgemäße Sexualaufklärung und Sexualpädagogik in der Kita sowie
  4. die Verankerung verpflichtender sexualpädagogischer Inhalte in den Aus- und Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte.

Die Deutsche Liga für das Kind umfasst mehr als 250 Mitgliedsorganisationen, darunter wissenschaftliche Gesellschaften, kinderärztliche und psychologische Vereinigungen, Familien- und Jugendverbände und zahlreiche Lions Clubs.

Der Tagungsflyer zum Download findet sich hier.

Die Rede des Unabhängigen Beauftragten findet sich hier.

Weitere Informationen zur Umsetzung von Schutzkonzepten finden sich hier.

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Friederike Beck
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