Missbrauchsbeauftragter Rörig beruft Matthias Katsch zum 1. Mai 2019 als weiteres Mitglied der Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs wird ab 1. Mai 2019 ihre Arbeit mit sieben Mitgliedern fortsetzen. Matthias Katsch wird von Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), als weiteres Kommissionsmitglied zum 1. Mai 2019 berufen.

Matthias Katsch
© Christine Fenzl Matthias Katsch beim Kongress MitSprache 2018

Matthias Katsch setzt sich seit vielen Jahren mit großem Engagement für die Aufarbeitung sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ein. Er hat als Schüler an dem von Jesuiten geleiteten Berliner Canisius-Kolleg sexuelle Gewalt erlitten. Im Jahr 2010 brachen er und weitere Betroffene ihr Schweigen und lösten damit, unterstützt von dem damaligen Rektor des Canisius-Kolleg, Pater Klaus Mertes SJ, den sog. „Missbrauchsskandal“ in Deutschland aus. Matthias Katsch ist seit 2010 Sprecher der Betroffeneninitiative ECKIGER TISCH e. V. und Gründungsmitglied der Betroffeneninitiative Ending Clergy Abuse (ECA), die sich weltweit für die Vernetzung und die Belange von Betroffenen einsetzt, die sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche erlitten haben. Katsch war Mitglied am Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“ und hat als Sprecher der Konzeptgruppe „Aufarbeitung“ des Beirats des UBSKM maßgeblich an der Konzeption der heutigen Aufarbeitungskommission mitgewirkt. Als Mitglied des Betroffenenrates war er bisher als ständiger Gast bei den Sitzungen der Aufarbeitungskommission.

Rörig: „Ich freue mich sehr, dass ich Matthias Katsch heute als Mitglied der Kommission berufen konnte. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt, Betroffene auf Bundesebene bei der Aufarbeitung noch stärker zu beteiligen. Matthias Katsch unterstützt mit seiner Expertise seit vielen Jahren zahlreiche Initiativen und Gremien bei der Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Sein Engagement und seine wichtigen Denkanstöße werden sich auch bei der künftigen Weiterentwicklung der Betroffenenbeteiligung auf Bundesebene niederschlagen und unsere weitere Arbeit beim UBSKM-Amt und in der Kommission in den kommenden Jahren bereichern.“

Prof. Dr. Sabine Andresen, Vorsitzende der Kommission: „Die Zusammenarbeit mit betroffenen Menschen ist im gesamten Prozess der Aufarbeitung sehr wichtig. Mit Matthias Katsch nun einen Betroffenen auch als Kommissionmitglied zu haben, freut uns sehr. Wir haben im Bilanzbericht 2019 unsere inhaltliche Planung der nächsten Jahre vorgestellt. Hier wird Herr Katsch seine Expertise hervorragend einbringen können.“

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Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs untersucht seit 2016 Ausmaß, Art und Folgen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR. Dazu zählt u. a. Missbrauch in Familien, im sozialen Umfeld, in Institutionen, durch Fremdtäter und -täterinnen, im Rahmen von organisierter sexueller Ausbeutung oder an Menschen mit Beeinträchtigungen. Am 3. April 2019 veröffentlichte die Kommission den Bilanzbericht ihrer ersten Laufzeit: www.aufarbeitungskommission.de

Mitglieder der Kommission: 

  • Prof. Dr. Sabine Andresen, Erziehungswissenschaftlerin, Vorsitzende der Kommission
  • Dr. Christine Bergmann, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend a. D.
  • Prof. Dr. Peer Briken, Sexualwissenschaftler und Psychotherapeut
  • Matthias Katsch, Philosoph, Managementtrainer und Berater
  • Prof. Dr. Barbara Kavemann, Sozialwissenschaftlerin
  • Prof. Dr. Heiner Keupp, Sozialpsychologe
  • Brigitte Tilmann, Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt/M. a. D.

Betroffene und weitere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die sich über die Arbeit der Kommission informieren oder sich für eine vertrauliche Anhörung anmelden oder einen schriftlichen Bericht einreichen möchten, können sich telefonisch (0800 4030040 – anonym und kostenfrei), per E-Mail oder Brief an die Kommission wenden. Weitere Informationen unter www.aufarbeitungskommission.de

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Pressemitteilung vom 30.04.2019

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Pressebild Matthias Katsch

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