Nein zu Rechtsextremismus - Missbrauchsbeauftragter und Amadeu Antonio Stiftung positionieren sich gegen die Instrumentalisierung von sexuellem Missbrauch durch Neonazis

Berlin. Rechtsextreme greifen verstärkt und zielgerichtet das Thema sexueller Kindesmissbrauch auf. Sie instrumentalisieren es für ihre Zwecke und nutzen es, um ihre populistischen Forderungen in der Mitte der Gesellschaft zu platzieren. Die Amadeu Antonio Stiftung hat deshalb mit Unterstützung des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung die Broschüre „Instrumentalisierung des Themas sexueller Missbrauch durch Neonazis“ herausgebracht, die heute in Berlin einem Fachpublikum vorgestellt wurde.

Die Publikation klärt über Ziele und Strategien von Rechtsextremen auf und gibt Handlungsempfehlungen für Fachstellen, Betroffene und Zivilgesellschaft, die auf der heutigen Veranstaltung mit Expertinnen und Experten diskutiert wurden.

„Wir müssen alles dafür tun, dass Vereine, Organisationen, und Beratungsinitiativen, die sich aktiv im Bereich der Aufklärung, Prävention oder Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch engagieren, besser vor rechtsextremer Instrumentalisierung geschützt werden“, betonte Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Die neue Broschüre könne dafür sehr gute Unterstützung leisten.

Mit drastischen Forderungen wie „Todesstrafe für Kindesschänder“ treten Rechtsextreme als vermeintlich tatkräftige politische Alternative auf, schüren Ängste, legen den Fokus aber ausschließlich auf die Bestrafung von Tätern und Täterinnen und polemisieren gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung. „Rechtsextremen geht es dabei nicht um die Unterstützung von Betroffenen oder die Prävention von sexuellem Missbrauch, sondern um Aufmerksamkeit, Wählerstimmen und die Verherrlichung von Gewalt“, so die Autorinnen von der Fachstelle Gender und Rechtsextremismusprävention der Amadeu Antonio Stiftung. Die Instrumentalisierung findet verstärkt auch in sozialen Netzwerken wie beispielsweise auf Facebook statt. Dort wird versucht, schnelle Zustimmung von vielen Personen zu erhalten, insbesondere auch von solchen, die die Seiten auf den ersten Blick nicht als Seiten von Rechtsextremen identifizieren bzw. sich nicht als rechtsextrem verstehen. „Organisationen sollten sich deshalb deutlich gegen rechts positionieren, zum Beispiel auf der eigenen Website, das macht eine Verlinkung der Seite für Neonazis unattraktiv. Insbesondere ein demokratisches Leitbild kann helfen, Neonazis fernzuhalten“.

Die Fachstelle Gender und Rechtsextremismusprävention der Amadeu Antonio Stiftung klärt erfolgreich Vereine, Nichtregierungsorganisationen und andere Institutionen zum Thema Rechtsextremismus auf.
Die Broschüre „Instrumentalisierung des Themas sexueller Missbrauch durch Neonazis“ wurde vom Unabhängigen Beauftragten gefördert und kann über die Amadeu Antonio Stiftung oder die Geschäftsstelle des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs bezogen werden.

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Pressemitteilung Instrumentalisierung sex. Missb. Neonazis

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