Zivilrechtliche Ansprüche

Schadensersatz und Schmerzensgeld können vom Täter oder von der Täterin auch über das Zivilrecht erlangt werden. Diese Ansprüche können unabhängig von einer strafrechtlichen Verfolgung geltend gemacht werden.

Grundsätzlich kommen folgende Ansprüche bei Missbrauchsfällen in Betracht:

  • Wiedergutmachung des Schadens (Schadensersatz)
  • Ausgleich immaterieller Nachteile (Schmerzensgeld)

Ist das Opfer des sexuellen Missbrauchs noch minderjährig oder aus anderen Gründen nicht geschäftsfähig, müssen die gesetzlichen Vertreter/innen Ansprüche des Kindes geltend machen.

Ansprüche gegen Täter, Täterinnen, Institutionen oder Aufsichtsbehörden

Die Ansprüche richten sich gegen den Täter oder die Täterin selbst, also zum Beispiel gegen die einzelne Erzieherin oder den einzelnen Erzieher, die Aufsichtsperson oder die Angehörige bzw. den Angehörigen, die oder der den Missbrauch selbst schuldhaft begangen oder nicht verhindert hat.

Daneben sind bei Übergriffen, die sich innerhalb von Institutionen ereignet haben, Ansprüche gegen den Träger der Einrichtung denkbar, der der Täter oder die Täterin (etwa als Aufsichtsperson) zum Zeitpunkt des Übergriffs angehört hat.

Liegt eine schuldhafte Verletzung einer Amtspflicht durch Beamtinnen oder Beamte oder Richterinnen bzw. Richter – etwa bei der Schul- oder Heimaufsicht bzw. im Betreuungsrecht – vor, kommt auch ein Anspruch wegen Amtspflichtverletzung in Frage.

Seit dem 30. Juni 2013 verjähren alle zivilrechtlichen Ansprüche grundsätzlich nach 30 Jahren.

Erfahren Sie mehr über die Verjährung.

Rechtsberatung nach dem Beratungshilfegesetz und Prozesskostenhilfe

Zur Verfolgung zivil- oder familienrechtlicher Ansprüche können Bedürftige Beratungshilfe nach dem Beratungshilfegesetz in Anspruch nehmen. Die Beratungshilfe verschafft außergerichtliche Rechtsberatung und Rechtsvertretung, die in der Regel durch Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälte erfolgt. Über die Gewährung von Beratungshilfe entscheidet das Amtsgericht am Wohnort des Ratsuchenden.

Für ein gerichtliches Verfahren kommt auch die Gewährung von Prozesskostenhilfe in Betracht. Die Prozesskostenhilfe bewilligt das Gericht, das auch zur Entscheidung über den geltend gemachten Anspruch zuständig wäre. Näheres hierzu erfahren Sie im Internetangebot des Bundesministeriums der Justiz unter www.bmjv.bund.de.

In Kindschafts- oder Jugendsachen kann dem Kind durch das zuständige Familiengericht ein Verfahrensbeistand zur Seite gestellt werden, wenn dies zur Wahrnehmung der Interessen des Kindes oder Jugendlichen erforderlich ist.

Sie befinden sich hier: