Organisierte sexualisierte und rituelle Gewalt

Als organisierte sexualisierte und rituelle Gewalt bezeichnet man die systematische Anwendung schwerer sexualisierter Gewalt in Verbindung mit  körperlicher und psychischer Gewalt durch mehrere Täter und Täterinnen bzw. Täternetzwerke.  Häufig ist dies mit kommerzieller sexueller Ausbeutung verbunden. Dient eine Ideologie zur Begründung oder Rechtfertigung der Gewalt, wird dies als rituelle Gewalt bezeichnet. 

Teilweise werden Betroffene in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen von früher Kindheit an durch Konditionierung und Programmierung mittels „Mind-Control“-Methoden (unter Mind Control versteht man verschiedene Formen psychologischer Manipulation) zu Funktionalität und Gehorsam gezwungen. Dabei kann es durch planmäßig wiederholte Anwendung schwerer Gewalt zu einer Aufspaltung der kindlichen Persönlichkeit kommen. Eine solche Dissoziation ist dabei teilweise beabsichtigt, da Betroffene hierdurch zum einen für die Täter und Täterinnen jederzeit steuerbar werden und zum anderen die Betroffenen selbst oftmals nicht in der Lage sind, Erinnerungen an das Geschehene abzurufen, da „eine andere Person“ dies erlebt hat. Gerade der zweite Aspekt kann dazu führen, dass Betroffenen nicht geglaubt wird. Zudem werden ausstiegswillige Betroffene häufig unter Druck gesetzt, erpresst und verfolgt.

Eine anschauliche Darstellung des Phänomens „Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen“ findet sich in einem Erklärvideo der Vereine Die Kinderschutz-Zentren e.V. und ECPAT Deutschland e.V., welches hier abgerufen werden kann.

Weiterführende Informationen zu dem Thema finden Sie unter anderem hier.

Hilfe bietet die bundesweite, kostenfreie und anonyme telefonische Anlaufstelle „berta“  beim „Hilfetelefon sexueller Missbrauch“  unter der Telefonnummer  0800-30 50 750. Betroffene erhalten Entlastung, Beratung und Unterstützung beim Ausstieg aus organisierten sexualisierten und rituellen Gewaltstrukturen. Das Angebot richtet sich auch an andere Menschen, die sich um jemanden sorgen, einen Verdacht haben oder Informationen zum Thema suchen.

Der Verein VIELFALT e.V. führt seit mehreren Jahren eine Datenbank mit Adressen von spezialisierten Therapeuten und Beratern, die Erfahrung in der Arbeit mit dissoziativen Störungen/DIS haben und stellt Betroffenen entsprechende Listen auf Nachfrage zur Verfügung. Zudem finden sich auf den Seiten der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) und der Bundes Psychotherapeuten Kammer (BPtK) Datenbanken für die Suche nach einem geeigneten Therapeuten.

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